Bremerhaven, 19. Dezember 2025: Der Unternehmerverein Bremerhaven-Wesermünde (UVBW) übt deutliche Kritik am neu beschlossenen Tourismuskonzept bis 2030. Aus Sicht des UVBW verfehlt das Konzept zentrale Marktgegebenheiten und ignoriert die Realität der touristischen Nachfrage. Problematisch ist schon die Behauptung, die Dehoga Bremerhaven sei an der Erarbeitung des Konzepts beteiligt gewesen. „In dem Papier werden ausgerechnet Maßnahmen propagiert, die von der Dehoga klar und wiederholt abgelehnt wurden. Das als Beteiligung zu verkaufen, ist mindestens irreführend“, sagt der UVBW-Vorsitzende Jens Grotelüschen.
Inhaltlich stößt die Forderung nach der Ansiedlung weiterer Hotelketten auf Unverständnis. „Hotelketten bedienen in erster Linie Geschäftsreisende. Diese reisen nach Bremerhaven wegen eines Termins – nicht, weil dort ein Hotel mit bekanntem Namen steht“, so Grotelüschen. Für den Tourismusstandort Bremerhaven seien nicht zusätzliche Betten das Problem, sondern fehlende Anlässe, Aufenthaltsqualität und ein klares städtisches Profil. Beispielhaft bringen Projekte wie die Disney Adventure Bewegung in die Übernachtungszahlen.
Zudem basiert das Konzept nach Ansicht des UVBW auf einer fehlerhaften Datenlage. Diese soll in der nächsten Zeit fachlich analysiert werden. „Offensichtlich sollte das neue Tourismuskonzept den politischen Auftrag umsetzen, eine fachliche Begründung für die vom Magistrat geplanten Ansiedlungen, d.h. Grundstücksverkäufe in Citylage sowie en DJH-Betrieb im NOVO zu liefern“, so Grotelüschen weiter.
Einen positiven Impuls sieht der UVBW auf Bundesebene mit der vom Bundesrat genehmigten Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie. „Für viele Betriebe ist diese Angleichung an das Steuerniveau des Lebensmittel-Einzelhandels überlebenswichtig“, erklärt Grotelüschen. Die Entscheidung schaffe dringend benötigte finanzielle Spielräume, stärke die Betriebe vor Ort und sei ein notwendiger Schritt, um gastronomische Vielfalt und Qualität und Beschäftigung auch in Bremerhaven zu erhalten.
