UVBW kritisiert Tourismuskonzept 2030 scharf

Bremerhaven, 19. Dezember 2025: Der Unternehmerverein Bremerhaven-Wesermünde (UVBW) übt deutliche Kritik am neu beschlossenen Tourismuskonzept bis 2030. Aus Sicht des UVBW verfehlt das Konzept zentrale Marktgegebenheiten und ignoriert die Realität der touristischen Nachfrage. Problematisch ist schon die Behauptung, die Dehoga Bremerhaven sei an der Erarbeitung des Konzepts beteiligt gewesen. „In dem Papier werden ausgerechnet Maßnahmen propagiert, die von der Dehoga klar und wiederholt abgelehnt wurden. Das als Beteiligung zu verkaufen, ist mindestens irreführend“, sagt der UVBW-Vorsitzende Jens Grotelüschen.

Das Konzept wäre eine kostengünstige Alternative zur Wiedereinführung einer Straßenbahn, für die ein Planungsbüro in Aachen derzeit eine standardisierte Bewertung durchführt. „Selbst wenn eine Straßenbahn zu 90 Prozent vom Bund gefördert würde, kämen auf die Stadt mit den restlichen zehn Prozent noch zweistellige Millionenbeträge an Kosten zu“, sagt Grotelüschen. „Es müssten ja komplett neue Schienen und Oberleitungen sowie Brücken mit Traglast für Straßenbahnen durch die ganze Stadt gebaut werden. Die Bahnstrecke ist bereits vorhanden und hat dank der Ausbautätigkeiten der Deutschen Bahn AG auch die nötigen Kapazitäten für einen zusätzlichen S-Bahn-Betrieb mit entsprechender Taktung. Es fehlen im Prinzip nur noch die Haltepunkte.“ Auch die müssten nicht komplett neu erfunden werden, betont Grotelüschen. „Es gibt zum Beispiel noch einen Beschluss der Bremischen Bürgerschaft, dass der alte Bahnhof Speckenbüttel wieder reaktiviert werden sollte“, sagt er. „Mit rund 20.000 Einwohnern in Leherheide und Speckenbüttel hätte der Bahnhof auch ein ausreichend großes Einzugsgebiet.“